Es war einmal vor nicht allzulanger Zeit auf dem Hof Oberschwändi...
Saison 2023 verbrachte das Projekt summmit auf dem Hof Oberschwändi in 8497 Fischenthal. Aus unerwarteten Gründen hat das Projekt seinen Sitz aufs 2024 gezügelt, auf den Hof Ragenbuech in 8496 Steg. Das Ziel auf dem Hof Oberschwändi war es, eine Agroforstanlage mit Gemüse, Früchten und Nutzholz zu erschaffen, sowie eine Herde von Dexter Kühen nach dem Prinzip des Holistischen Weidemanagements zu halten, welche die Grasflächen pflegen.
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Holistisches Weidemanagement
Das Prinzip des holistischen Weidemanagement (auch Mobgrazing, Holistic Grazing, ganzheitliches Weidemanagement) imitiert ein natürliches Fressverhalten einer freien Herde. Tiere sind ein wichtiger Bestandteil des Ökosystems, sie regulieren den Pflanzenbestand, lockern den Boden auf, rückverfestigen ihn wieder und düngen ihn. Eine Fläche wird beim holistischen Weidemanagement maximal für vier Tage beweidet, danach bekommt sie für vier bis sechs Wochen Ruhezeit. Im Frühling kann eine frühe Beweidung von allen Flächen einerseits den grossen Wachstumsschub sowie den Pflanzenbestand regulieren, desweiteren können Problempflanzen besser kontrolliert und am Versamen gehindert werden. Durch die rasche Weideverlagerung entstehen weder kahl gefressene Stellen noch Orte wo die Tiere immer liegen oder koten. Durch den hohen Bestand in den Flächen und die kurze Beweidung entstehen Weidereste und niedergetrampeltes Gras, welche Nahrung für die Bodenmikroorganismen sind und den Boden vor Erosion und Austrocknung schützen. Da die Pflanzen nicht zu tief abgefressen werden, bleibt ihnen mehr Assimilationsfläche, wodurch sie für ihr Weiterwachstum Sonnenenergie nutzen können und nicht von den Wurzelreserven zehren müssen. Dadurch haben die Pflanzen eine grössere Wurzelmasse, welche wiederum einen schnelleren Aufwuchs der Pflanze ermöglicht. Daran gekoppelt ist der gesteigerte Humusaufbau, ein besseres Wasserspeicherungsvermögen und weniger Rutsche in Hanglagen, denn der Boden hat durch die starke Durchwurzelung mehr Halt.
Fotos
Wenn nicht anders vermerkt (z.B. marinalussi.ch) stammen die Fotos von Josefa. Bitte frage mich wenn Du eines verwenden möchtest.
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Rückblick Gärtnerbrief:
Liebe Freunde und Freundinnen, liebe Freunde von Freunden
Dieser Brief hat zu dir gefunden, weil du in irgendeiner Form Interesse an der Landwirtschaft hast, daran, neue Ansätze der Lebensmittelproduktion und der Vermarktung auszuprobieren, zu finden, weiterzuentwickeln.
Ich, Josefa, habe aus demselben Grund den Weg eingeschlagen, der mich heute diesen Brief schreiben lässt.
Ich möchte wissen, woher mein Essen kommt, was drin und drauf und drumherum ist und war. Um die Grundlagen für dieses Erforschen zu legen habe ich, ergänzend zu meinem Studium der Umweltingenieurwissenschaften an der ETHZ, den EFZ Gemüsegärtner abgeschlossen.

Im Frühjahr 2022 habe ich Branko kennengelernt, einen pensionierten Bauern in Fischenthal im Tösstal, der nicht aufhört zu experimentieren und zu forschen und der mir die Chance gegeben hat, auf seinem Land mit einem Projekt zu starten. Zu uns ist Lukas gestossen, er möchte nahrhaftes Fleisch von Gras-weidenden, robusten Rindern essen können und diese Freude teilen. So sind im Laufe des Jahres 2022 die Ideen gereift, und seit Anfang 2023 beginnen sie sich zu erden. Seit dem Mai beweiden rund 10 Dexter-Mutterkühe die steilen und weniger Steilen Flächen des Hofes, die meisten von ihnen tragen ein Dexterli im Bauch, einige sind zusätzlich schon in Begleitung eines Jungen. Ebenfalls im Mai, als der Regen endlich eine Pause macht, ist die Gemüsefläche aus der Graslandschaft entstanden, auf welcher ich verschiedene Lagergemüse und einige ausgewählte Frischkulturen anbaue. Das Ziel ist, nach und nach die Lagerkulturen mit mehrjährigen Kulturen und Frischkulturen zu ergänzen, um das ganze Jahr über Gemüse anbieten zu können, etwa in Form eines Gemüsepäcklis. Im weiteren zeitlichen Rahmen sollen Baumreihen die Gemüsefläche aufbrechen und ihr Gedeihen fördern.
Nun meine konkrete Frage an dich:
Möchtest du mich und meine erste Ernte begleiten?
Es ist mein erstes eigenes Gemüsejahr, frei von Vorgaben und Auflagen, frei von Dünger, frei von Pflanzenschutzmitteln, auch frei von Direktzahlungen und frei von einem Label. Die Natur hat fleissig mitgespielt, von Nässe zu Hitze und Hagel zurück zu Nässe und Schnecken, alles war dabei.
Alle zwei Wochen würde ich dir eine Liste mit meinen Gemüsesorten schicken, so dass du deine Bestellung ausfüllen und zusätzliche Ergänzungen für dich einplanen kannst. Oder alternativ stelle ich dein Päckli selbst zusammen, was mich besser mit den geernteten Mengen haushalten lässt. Verschiedene Depotstellen werde ich anhand der Verteilung meiner Kunden und Kundinnen organisieren.
Es ist sehr schön, wenn du dich mit mir auf diese Reise machen möchtest! Weiteres findest du auf meiner entstehenden Homepage…und wenn du bei mir vorbeischaust (gerne auf Anmeldung).
Ich freue mich von dir zu hören!
Weitergeben des Briefes gerne erlaubt 😊
Herzlich, Josefa